Hackesche Höfe History

1858 Erwerb des Grundstücks Rosenthaler Str. 40 durch den Glaswarenfabrikanten Hans Quilitz. Errichtung von Gewerbebauten.

1905 Kauf der angrenzenden Grundstücke Rosenthaler Straße 41 und Sophienstraße 6 durch die Erbengemeinschaft Quilitz.

1906/07 Planung und Bau der Hackeschen Höfe durch den Architekten und Bauunternehmer Kurt Berndt und den Architekten August Endell (Gestaltung der Fassaden im ersten Hof und der Festsäle).

1909 Gründung der expressionistischen Dichtervereinigung »Der Neue Club« in einem der Festsäle.

1916 Der Mädchenclub des jüdischen Frauenbunds wird Mieter (bis 1933).

1920 Verkauf an die »Hackescher Hof« Grundstücksgesellschaft GmbH.

1921 Umwandlung des unteren Festsaals im Quergebäude in ein Kino (Imperial).

1924 Der Spekulant Jakob Michael wird Hauptanteilseigner der »Hackescher Hof« Grundstücksgesellschaft GmbH.

1930 Die Emil Köster AG, Betreiberin des Deutschen Familien Kaufhauses (DEFAKA) wird Mieter.

1932 Der zweistöckige Festsaal wird für die Defaka in eine Betriebskantine umgewandelt und dabei zerstört. Die Jüdische Studentenmensa wird bis 1933 Mieterin. Jakob Michael emigriert noch vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Holland, 1939 in die USA.

1940 Zwangsversteigerung der Höfe. Zuschlag erhält die Emil Köster AG, deren Hauptaktionär ein amerikanischer Strohmann Jakob Michaels ist.

1942 Die Emil Köster AG wird als ausländisches Feindvermögen unter Kuratel gestellt.

1945 Bombenschäden in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Nach dessen Ende stellt die sowjetische Militäradministration (SMAD) die Höfe unter Sequestration.

1949 Enteignung der Höfe durch die SMAD.

1950 Das Abschlagen der Jugendstilfassaden im 1. Hof wird durch die Mieter verhindert.

1951 Deklaration als Volkseigentum. Verlegung der Emil Köster AG nach Düsseldorf und Hamburg.

1954 Verkauf der Emil Köster AG an den Horten Konzern.

1961 Modernisierung der Fassade an der Rosenthaler Straße. Beseitigung des Stucks und der Giebel.

1977 Unter Denkmalschutz gestellt.

1990 Künstler und Kulturschaffende entdecken den Ort und nutzen die Freiräume für ihre Projekte.

1991 Gründung des Vereins Gesellschaft zur Förderung urbanen Lebens-Hackesche Höfe e.V.. Vom Bezirksamt Mitte, Abteilung Bauen und Wohnen, wird eine Sozialstudie über die Hackeschen Höfe in Auftrag gegeben. Restitutionsanspruch der Erbengemeinschaft Jakob Michael.

1992 Der Verein sichert die Anlage, beginnt mit der Bestandsaufnahme und Recherchen zur Geschichte des Hofareals. Intensive Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit zum Erhalt der ansässigen Kulturstätten durch den Verein. Wim Wenders nutzt die Hackeschen Höfe als Filmkulisse. Merit und Ben Becker gastieren zeitweise im Chamäleon Varieté.

1993 Restitution an die Erben Jakob Michaels. Die Spandauer Vorstadt wird zum Sanierungsgebiet. Der Verein erarbeitet Richtlinien für eine betroffenenverträgliche Sanierung, eine zeitgemäße Nutzungsmischung sowie den langfristigen Erhalt der Kulturstätten und veranstaltet (gemeinsam mit der Galerie Augustus) in den Höfen und der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft das Kunstprojekt »Umbruch – Chaos und Hoffnung«.

1994 Kauf der Höfe durch den Heidelberger Bauunternehmer Roland Ernst und den Hamburger Immobilienunternehmer Dr. Rainer K.F. Behne. Das Architekturbüro Weiß & Partner gewinnt den Wettbewerb für die Fassadenneugestaltung an der Rosenthaler Straße. Sanierungsvereinbarung zwischen den Investoren und den Vertretern der Wohn-, Kultur- und Gewerbemieter. Entwicklung der Marke »Die Hackeschen Höfe« und des Nutzungs- sowie Kommunikationskonzeptes, Veranstaltung der dreitägigen Fashion-Show »extract«.

1995 Beginn der Sanierungsarbeiten und Abschluss des 1. Bauabschnitts. Großes Hoffest mit 50.000 Besuchern. Ansiedelung erster neuer Gewerbemieter aus dem Bereich Modedesign.

1996 Restaurierung und teilweise Rekonstruktion der Klinkerfassaden im ersten Hof. Weitere Neuansiedelung von Gewerbemietern.

1997 Abschluss der Sanierung. Komplettierung der Mietermischung. Die Wohnhöfe werden nachts für den Besucherverkehr geschlossen.

1998 Eigentümerwechsel

2004 Eigentümerwechsel

2006 Zweitägiges Fest zum Jubiläum »100 Jahre – Die Hackeschen Höfe« mit 30.000 Besuchern. Die ansässigen Kultureinrichtungen zeigen ein Spektrum ihres Angebotes, die Modedesigner an drei Tagen auf einem Open Air Laufsteg ihre aktuellen Kollektionen.